PrimizkerzeWer bittet, der empfängt.

Diese Haltung des Bittens und der Bereitschaft zu empfangen, diese Offenheit, alles von Gott zu erwarten, ist bei Franziskus - so denke ich - im Gedanken der Armut zu finden. Ich habe nun versucht, sie zum Ausdruck zu bringen, indem ich das Kreuz (die eigentlich zentrale Form meines Motivs - das von San Damiano) als Leer-Stelle stehen ließ.

Das kann bedeuten, daß alles, was wir wirklich zum Leben brauchen, in erster Linie Geschenk Gottes ist. Und Sein schönstes Geschenk an uns ist sein Kommen in Jesus Christus. Die Leerstelle kann also von unserer Seite her gar nicht gefüllt werden, es sei denn, wir öffnen uns für dieses Beschenkt-Werden von Gott her.

Zugleich kann die leere Kreuz-Stelle auch versinnbildlichen, daß unsere Bitten immer schon erhört sind, wir schon empfangen haben - daß alle Tode schon ins Leben verwandelt sind, wir wir es an Ostern feiern.

Diese Einsicht können wir vielleicht aber auch dann gewinnen, wenn wir unseren Blick auf die vielfältigen, bunten kleinen Erfahrungen unseres Lebens richten. Es gibt da Dunkles, Farbiges und Helles, hie und da sogar Goldenes in unseren Begegnungen und in unseren Lebensstunden, die sich wie Mosaiksteinchen aneinanderfügen. - Was lassen sie erkennen?

Ich wünsche Dir und uns allen, daß es uns immer wieder gelingt, innezuhalten und zurückzublicken, so daß wir in den verschiedenen Situationen einen "roten Faden", ein Muster, einen Sinn - ja letztendlich Gottes Gegenwart in unserem Dasein entdecken können.

Theresia Maier

Vielen Dank, Theresia, für die wunderschöne Gestaltung der Primizkerze.

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